Ich halt zu dir

Interview mit

Hansi Hinterseer

 

Der Mann ist eine Legende, seine Fell-Moonboots sind Kult: aufgewachsen auf der Seidlalm, inmitten der Kitzbüheler Alpen, hat es Hansi Hinterseer nicht nur im Skirennsport ganz nach oben geschafft. Seit mehr als zwei Jahrzehnten schon sind die großen Bühnen der Welt sein Zuhause, in der Musik liegt die ganz große Leidenschaft des charmanten und vielseitig talentierten Tirolers. Unterwegs rund um den Globus, ist er seiner Heimat bis heute treu geblieben und gehört zu Kitzbühel, wie die rote Gams zur Streif ...

Im Spätsommer hast du dein neues und bereits 40. Album veröffentlicht, „ich halt zu dir“. Wie lange hast du daran gearbeitet, wieviel Persönliches steckt in den Texten?

Das was ich mache, kommt immer von Herzen – von daher steckt in jedem meiner Songs sehr viel „Hansi“. Am neuen Album haben mein Team und ich über 6 Monate intensiv gearbeitet, bei der finalen Auswahl der Titel lasse ich letztendlich immer mein Gefühl entscheiden. Mir ist immer wichtig, dass die Melodien eingängig und die Texte nicht zu kompliziert sind, sondern einfach das Leben widerspiegeln – mit all seinen Facetten. So hab‘ ich zum Beispiel eine wunderschöne Melodie von einer guten Freundin, der US-amerikanischen Songwriterin Denise Rich, übernommen. Die Komposition ist der Wahnsinn, geht total unter die Haut. Aber der ursprünglich englische Text hat einfach nicht zu mir gepasst. Denise hatte die Idee, meine Frau könnte doch einen Neuen schreiben. Er ist ganz wunderbar geworden – und sehr persönlich …

 

Du hast das Album auf der Seidlalm präsentiert, deinem früheren Zuhause. Warum hast du dich für genau diesen Ort entschieden?

Hier habe ich meine Kindheit verbracht, bis ich 21 Jahre alt war, hab‘ ich hier heroben gelebt. Und es ist immer noch mein „Dahoam“. Allein wegen der vielen schönen Erinnerungen. Wir hatten zwar keinen Fernseher oder kein elektrisches Licht, aber alles, um wirklich glücklich zu sein: die schöne Natur, die Tiere, und ein unbeschreibliches Freiheitsgefühl inmitten der Kitzbüheler Berge.

 

Du scheinst nicht nur beruflich, sondern auch privat alles richtig gemacht zu haben. Als Sänger hast du Kultstatus erreicht – gleichzeitig führst du eine glückliche Ehe, bist Vater zweier Töchter und inzwischen auch Opa. Was ist dein Erfolgsrezept?

Wichtig ist, dass man sich treu bleibt und sich nicht verbiegen lässt. Und man muss mit offenen Augen und Sinnen durchs Leben gehen. Zwar gibt es viel Schlimmes, wie Gewalt oder Not, auch davor sollte man die Augen nicht verschließen – aber auch soviel Gutes und Schönes – und dafür müssen wir dankbar sein! Wenn wir die Liebe und das Gefühl für unsere Mitmenschen und die Natur pflegen, dann hat sie auch eine Chance, zu wachsen.

 

Man trifft dich stets gut gelaunt, dir scheint die Energie auch nach 25 Jahren im Musikbusiness noch lange nicht auszugehen. Wo tankst du Kraft?

Mit meiner Familie, beim Sporteln und in der Natur. Bei mir daheim sind das die Berge. Wenn ich ein paar Stunden unterwegs war und dann oben am Gipfel stehe, ist das Glück pur. Dieses Gefühl, diese Weite und Freiheit, das muss man wahrscheinlich selber erlebt haben, um das verstehen zu können.

 

Du hast heuer deinen 65. Geburtstag gefeiert. Wofür in deinem Leben bist du besonders dankbar?

Besonders dankbar bin ich dafür, einst meine Frau Romana getroffen zu haben. Wir sind ein tolles Team, haben eine wunderbare Familie, können über alles reden, alles miteinander besprechen. Außerdem hab‘ ich gute Freunde, auf die ich zählen kann! Ich darf das machen, was mir die größte Freude bereitet – Musik – und ich hab‘ das enorme Glück, an so einem schönen Fleckerl Erde daheim zu sein!

 

Wie sehr freust du dich – als früherer Skirennfahrer – auf den Winter?

Ich fahr‘ wahnsinnig gerne Ski. Und irgendwie steckt wohl auch noch immer der Athlet von früher in mir drin. Eine gewisse Grundkondition ist mir geblieben und wenn ich in Bewegung bleibe, dann fühl‘ ich mich wohl. Natürlich bin ich nicht mehr so flott unterwegs, wie als Rennfahrer mit Zwanzig. Beweisen muss ich mir nichts mehr, ich fahr‘ mit Genuss. Und nachdem ich die wunderschönen Kitzbüheler Berge direkt vor der Tür hab‘, stehen die Ski auch immer bereit, sobald der erste Schnee liegt!

 

Beruflich bist du auf der ganzen Welt unterwegs, privat bist du deiner Heimat Tirol treu geblieben. Was schätzt du an der Region besonders? Und worauf freust du dich am Meisten, wenn du von einer beruflichen Reise wieder nach Hause kommst?

Was unsere Heimat einzigartig macht, ist die Natur! Das wird einem immer mehr bewusst, je öfter man weg ist von daheim. Für mich gehören die Berge einfach zum Leben. Jeden Morgen, wenn ich aufwache, und zum „Kaiser“ herüberschaue, und da das Licht angeht, ist das einfach nur der Wahnsinn.

 

2020 erwartet uns ein besonderes Konzert-Highlight in deiner Heimat …

Ja, am 21.08.20 geht ein lange gehegter Wunsch von mir in Erfüllung – ich spiele ein Open-Air-Konzert in der wunderbaren Kulisse der Festung Kufstein! Aber auch davor schon darf ich an ganz speziellen Plätzen zu Gast sein: etwa am 18.01.20 beim Linzer Eiszauber oder am 22.04.20 im schönen Altötting. Ich freu‘ mich schon sehr darauf, das wird sicher bärig!

Fotos: Chris Singer, Paul Dahan, Archiv Hansi Hinterseer, Kerstin Joensson
schreiben Sie uns Das KITZ Magazin auf Facebook Videos und Reportagen über das KITZ Magazin Lesen Sie das KITZ Magazin digital auf issuu