MAGAZIN

bringen

Farbe in die

Kitzbüheler Kunstszene

Interview mit

Mieke & Theo Jongen

Aaart Foundation Kirchberge

Video by Giuseppe Ginanneschi

Das Ehepaar Jongen sorgt mit ihren Ausstellungen in der AAART Foundation seit Jahren für Furore am heimischen Kunstmarkt. Internationale Künstler feiern in der Kirchberger Galerie große Erfolge und bringen Farbe in die Kitzbüheler Kunstszene.

Mieke & Theo Jongen,  Foto: Paul Dahan

Wie verhält sich der Kunstmarkt in Kitzbühel und in welcher Preisklasse bewegt sich Kunst hier?

 

Mieke Jongen:

Kitzbühel hat ein internationales Publikum und es gibt auch mehrere Galerien mit verschiedenen Schwerpunkten. Wir haben vor acht Jahren angefangen und zuerst mal ein Try-Out gemacht, damit man ein Gespür bekommt, was die Leute mögen. Und man will auch nur das präsentieren, was einem selbst gefällt und wo die Qualität stimmt. Die Preise rangieren zwischen 15.000.- und 20.000,- Euro wir haben aber auch schon mal Werke für Euro 40.000,- Euro verkauft.

 

 

Auf dem Kunstmarkt gibt es Tendenzen, folgen Sie diesen oder eher Ihrem Gefühl?

 

Mieke Jongen:

 Man kann ja seine Augen nicht schließen, durch die Globalisierung verfolgen wir natürlich verschiedene Einflüsse. Aber wir suchen unsere Künstler nicht nach diesen Tendenzen aus. Für uns ist es auch sehr schön, mit jungen Künstlern zusammen zu arbeiten, die etwas Neues bringen, das noch nicht sehr hoch am Markt, aber dennoch sehr wertvoll ist. Wir haben bemerkt, dass wir damit sehr erfolgreich sind.

 

 

Die Kunst öffnet sich mehr und mehr der Photographie. Können Sie uns von diesem Trend erzählen?

 

Theo Jongen:

 Unsere Kunden interessieren sich natürlich auch für Fotokunst, die wir seit der ersten Stunde machen. Wir haben letzte Saison mit zwei sehr angesagten Künstlern aus Holland - Jimmy Nelson und Marie Cecile Tasty - eine Ausstellung gemacht, die sehr erfolgreich war und auf der wir viel verkauft haben. Auch Fotokunst kann ein gutes Investment sein. Zum Beispiel Michael von Hassels große Werke waren anfangs für 4.000,- Euro zu haben, mittlerweile sind wir bei 16.000,- Euro.

 

 

Wie entdecken Sie Ihre Künstler?

 

Theo Jongen:

 Es gibt verschiedene Kanäle, durch die wir an unsere Künstler herankommen. Zum einen sind es Freunde und Kunden, die uns unbedingt Künstler vorstellen wollen. Das sind an die 30 bis 40 Personen pro Jahr. Dann gibt es nochmal dieselbe Anzahl von Künstlern, die sich selber präsentieren. Die Chance, dass da einer dabei ist, bei dem wir sagen „Wow“, ist ziemlich gering. Und dann gibt es noch die internationalen Messen. Wir waren kürzlich wieder in Maastricht bei der größten Kunstmesse der Welt. Dort haben wir uns Künstler angesehen, die schon sehr erfolgreich sind. Und natürlich die Magazine. Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht in Magazinen etwas interessantes finden, zur Seite legen um dann später darüber zu sprechen. Wir reisen auch zu den Künstlern, die uns einladen, z.B. nach Marokko, SanDiego. Das ist eine Never-Ending-Story.

 

 

Verraten Sie uns ein bis zwei Künstler, die Sie in Ihrer neuen Ausstellung präsentieren werden?

 

Theo Jongen:

 Wir sind schon seit einiger Zeit mit Künstlern im Gespräch und arbeiten mit Isabella Goebel aus München zusammen, die mit uns die Ausstellungen kuratiert. Wir sind in der Lage, immer verschiedene Künstler gleichzeitig zu präsentieren, weil wir Platz auf drei Ebenen haben. Es ist oft nicht leicht, eine Auswahl zu treffen, weil es immer auch ein Gesamtkonzept geben muss. Aber ich kann Ihnen versprechen, es wird wieder eine ganz spannende Ausstellung und wir arbeiten darauf hin, dass es mindestens so gut wird wie letztes Mal.

Fotos: Aartfoundation